Bioabfallbehandlung im Kreis Soest – welchen Beitrag zum Klimaschutz kann sie leisten?

Vortrag und Diskussion mit Hans-Jürgen Serwe, Arzt, Dipl.-Ing., Umweltdezernent a,D.

 

Datum:  04.09.2014 um 19.30 Uhr

Ort:         Kaiser-Saal des Kattenturms ( Stadthalle )

 

Strom aus der Biotonne – auch im Kreis Soest?

Ob Grünschnitt, Kaffeesatz oder Bananenschalen, was die Bürger der Stadt Soest als Abfall in der grünen Tonne entsorgen, ist eine wichtige Ressource und wird in den Kompostieranlagen des Kreises zu hochwertigem Soester Kompost verarbeitet. Eine dieser Anlagen steht seit langem in Bergede. Doch der Bioabfall könnte mehr: Beim biologischen Abbau dieser Biomasse – dazu zählen neben Rasenschnitt und Speiseresten auch landwirtschaftliche Substraten wie Gülle, Stallmist und Energiepflanzen – entsteht Biogas, das derzeit einfach in die Umwelt gelangt. Aufgefangen durch eine Biogasanlage könnte man entweder kontinuierlich Strom und Wärme produzieren oder das Biogas zwischenlagern, um es dann bedarfsgerecht in Energie umzuwandeln. Laut Fachverband Biogas e.V. erzeugen 45 bis 55 Tonnen Biomasse ca. 9.000 bis 11.000 m³ Biogas, das entspricht 16.000 bis 23.000 kWh Strom, der vier bis sieben Haushalte ein Jahr komplett versorgen könnte.

Eine millionenschwere Investition in die moderne Verwertungstechnik würde es auch dem Kreis Soest ermöglichen, aus dem Bioabfall der Region (ca. 53000 Tonnen jährlich) umweltschonende Energie zu produzieren. Aus diesem Grund möchte man einer Empfehlung der Landesregierung folgen und die Bioabfallanlagen in Werl und Anröchte mit einer zusätzlichen Vergärungsstufe ausrüsten. Auf diese Weise würde das Biogas eingefangen und verwertet, statt es in die Umwelt zu lassen. Schwierig würde es für die Kompostieranlage in Soest, sie würde vielleicht nur noch als Sammel- und Verteilerstelle fungieren. Die Stadt Soest, Betreiberin der Anlage in Kooperation mit dem Kreis, möchte diese aber grundsätzlich erhalten.

Sie bezweifelt, dass die geplante Investition „ökoeffizient“ ist und stellt die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen hier im Kreis Soest in Frage. Noch in diesem Jahr muss eine Entscheidung fallen.

Diese unterschiedlichen Auffassungen des Kreises Soest und der Stadt Soest nimmt die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen  zum Anlass, um zu einer öffentlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Bioabfallbehandlung im Kreis Soest – welchen Beitrag zum Klimaschutz kann sie leisten?“ einzuladen. Referent wird an diesem Abend der Arzt, Dipl.Ing. und Umweltdezernent a.D. Hans-Jürgen Serwe aus Aachen sein.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind hierzu eingeladen. Der Eintritt ist frei.

 

Kreistagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen

Ilona Kottmann-Fischer                 Ulrich Vennenmann

Fraktionssprecherin                         Kreistagsmitglied

 

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

Verwandte Artikel